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Private Krankenversicherung muss Hyperthermie OHNE parallele Chemo zahlen: Landgericht Frankfurt verpflichtet HUK-Krankenversicherung (04/2012)

Auch von den privaten Krankenversicherungen wird die Kostenerstattung für hyperthermische Behandlung des Öfteren mit der Argumention abgelehnt, mangels parallel durchgeführter Chemotherapie sei angesichts der aktuellen Datenlage kein klinischer Effekt zu erwarten.

Unabhängig davon, dass diese Ansicht in medizinischer Hinsicht angreifbar ist, wird hierbei wird gern verschwiegen, dass insbesondere bei lebensbedrohlichen Erkrankungen nach ständiger BGH-Rechtsprechung eine Privatkasse die Behandlungskosten bereits dann zu übernehmen hat, wenn lediglich eine gewisse - nicht notwendigerweise überwiegende - Wahrscheinlichkeit einer spürbar positiven Einwirkung auf den Krankheitsverlauf erwartet werden kann. Keinesfalls darf die Leistungspflicht von einer allgemeinen wissenschaftlichen Akzeptanz auf Grundlage der evidenzbasierten Medizin und unter Berücksichtigung strenger statistischer Vorgaben abhängig gemacht werden.

Im Streitfall weigerte sich die HUK-PKV, die Kosten für eine regionale Tiefenhyperthermie in Verbindung mit immunmodulierenden Infusionen zu übernehmen, weil sich die Patientin nicht zusätzlich zur Hyperthermie einer (leitliniengerechten) Zytostatikatherapie unterzog.

Die Sozietät erwirkte beim Landgericht Frankfurt (Oder) eine einstweilige Verfügung, mit welcher die HUK Krankenversicherung AG verpflichtet wurde, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Hauptsacheverfahrens die Kosten für die 2 x wöchtlich durchgeführte Behandlung zu übernehmen.